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Fluglärmkommission
 
Fluglärm, Flughafen, Kommission

Fluglärmkommission

Für Verkehrsflughäfen wird nach § 32b des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) eine Kommission gebildet, welche die Genehmigungsbehörde des Flughafens sowie das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und die zuständige Flugsicherungsorganisation über Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge berät.
Die Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle ist ein Gremium, dem zurzeit 21 Mitglieder angehören. Die Mitglieder der Kommission werden von der Genehmigungsbehörde, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, berufen.
Die Kommission trifft sich regelmäßig im März und November jeden Jahres, bei Bedarf auch öfter.

Die Kommission ist über alle anstehenden Maßnahmen zum Lärmschutz zu unterrichten.Sie kann selbst Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm vorschlagen. Diese Vorschläge besitzen keinen
verpflichtenden, sondern empfehlenden Charakter. Halten die Genehmigungsbehörde, das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung oder die Flugsicherungsorganisation die vorgeschlagenen Maßnahmen für nicht geeignet oder für nicht durchführbar, so müssen sie dies der Kommission unter Angabe der Gründen mitteilen.

41. Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe (FLK) für den
Flughafen Leipzig/Halle am 07.12.2011

In der am 7.12.2011 stattgefundenen Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe (FLK) am Flughafen Leipzig/Halle wurde nach Bestätigung der Tagesordnung sowie des Protokolls der 40. Sitzung die Wahl des Vorsitzenden der FLK und seines Stellvertreters durchgeführt. Der Vorsitzende, Herr Heumos, Vertreter der Stadt Schkeuditz, sowie seine Stellvertreterin, Freifrau von Fritsch, Vertreterin der Stadt Leipzig, wurden in ihrem Amt bestätigt.

Inhalte der Sitzung
Der Flughafen berichtete über die aktuelle Verkehrsentwicklung. Im Berichtszeitraum Januar bis Oktober 2011 stieg die Zahl der Flugbewegungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent.

Anschließend informierte er über die aktuelle Beschwerdesituation. Im Berichtszeitraum re-gistrierte der Flughafen ca. 60.300 im Internet digital generierte Beschwerden von rund 300 Beschwerdeführern. Von 140 Beschwerdeführern gingen 342 Eingaben schriftlich bzw. mündlich beim Flughafen ein. Diese Beschwerden wurden schriftlich sowie in persönlichen Gesprächen mit den Betroffenen erörtert. Dabei ging es um Fragen zur Flug- und Bodenlärmbelastung, zur Luftschadstoffsituation im Nahbereich sowie zur Durchführung der passi-ven Schallschutzmaßnahmen.

Die Auswertung der Fluglärmmessungen der letzten drei Jahre ergab keine wesentlichen Änderungen der Lärmsituation. Die Messungen bestätigen die von der Landesdirektion Leipzig veranlassten jährlichen Nachberechnungen. Die höchsten Spitzenpegel in diesem Jahr traten in Radefeld auf. Die FLK legte mit Lützschena, Dieskau und Neuschladitz die nächsten Standorte der mobilen Messstellen für das Jahr 2012 fest. Nach einer Messzeit von min-destens drei Monaten wird die Stabstelle Lärm- und Umweltschutz des Flughafens auf Wunsch auch mit den Ortschaftsräten sowie den Bürgerinitiativen eine Auswertung durchführen.

Der Flughafen berichtete über die Umsetzung der passiven Schallschutzmaßnahmen gem. Planfeststellungsbeschluss. Von den ca. 7100 Anträgen hat der Flughafen ca. 5200 realisiert. Anträge sind noch bis 12/2012 möglich. Die Umsetzung der Maßnahmen wird bis zum Jahr 2014 andauern.

Im Oktober wurde die Triebwerksprobelaufhalle für 80 Prozent aller Tests genutzt. Die restlichen 20 Prozent der Triebwerksprobeläufe mussten auf Grund ungünstiger Witterungsbe-dingungen bzw. technischer Parameter außerhalb durchgeführt werden.
Die Arbeitsgruppe „Bahnverteilung“ der FLK trug einen detaillierten Sachstandsbericht vor. Die Arbeitsgruppe erhielt in der 37. Sitzung den Auftrag der FLK, Möglichkeiten für eine lärmoptimierte Bahnverteilung zu untersuchen. Schwerpunkt der umfassenden Betrachtung war die Lärmbetroffenheit. Hierbei wurden verschiedene Szenarien bei Anwendung verschiedener wissenschaftlicher Modelle gegenübergestellt. Die Arbeitsgruppe will bis zur nächsten FLK-Sitzung im Frühjahr 2012 Entscheidungsvorschläge für eine optimierte Verteilung der Flugbewegungen erarbeiten.

Die Fluggesellschaft European Air Transport Leipzig (EAT), eine Tochter von DHL, informierte über die begonnene Indienststellung von 18 Flugzeugen des Typs Airbus A300-600, welche bis 2013 die älteren Flugzeuge des Typs Airbus A300 B4-200 ersetzen werden. Diese Flugzeuge erfüllen die zurzeit höchsten Lärmanforderungen der Internationalen Zivilluftfahrt-organisation (ICAO). Wie von der FLK in der letzten Sitzung gefordert, gab EAT eine schrift-lich fixierte freiwillige Selbstverpflichtung gegenüber der FLK sowie dem Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (Genehmigungsbehörde des Flughafens Leipzig/Halle) ab. EAT wird bis spätestens Ende 2015 endgültig die sechs (Antonow) AN-26-Flugzeuge aus ihrer Flotte nehmen. Die FLK begrüßte diese Entscheidung, kritisierte aber das Ausbleiben einer verbindlichen Aussage zur Ausmusterung der (Antonow) AN-12 und forderte eine Stel-lungnahme zur nächsten Sitzung ein.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) gab in einem weiteren Tagesordnungspunkt einen Sachstandbericht über die Anwendung des kontinuierlichen Anflugverfahrens (Advanced Continous Descend Approach - CDA) am Flughafen Leipzig/Halle ab. Dieses seit Ende 2010 für Leipzig/Halle freigegebene Verfahren kann im weiteren Anflugbereich des Flughafens zur Lärmreduzierung beitragen. Das Verfahren wurde bisher zu maximal 10% genutzt. Auf Grund der hohen Verkehrsdichte in der Spitzenstunde liegt die Anwendung derzeit wesentlich niedriger. Spürbare Lärmverbesserungen sind damit, z. B. im Bereich Leipzig-Süd, nicht verbunden.

Die DFS informierte die Kommission über den Umbau der VOR LEG hin zur DVOR LEG. Die Detaills wurden anhand einer Präsentation vorgestellt. Die Kommission nahm die Inhalte zur Kenntnis.

Ein von der Stadt Schkeuditz verfasster Antrag fordert zu prüfen, ob die Verlagerung von Starts der lautesten Flugzeuge in die Randzeiten des Nachtzeitraumes 22:00 bis 6:00 Uhr möglich ist. Dieser Auftrag wurde an DHL/EAT und den Flughafen zur Prüfung bis zur nächsten FLK-Sitzung übergeben. Der Flughafen wird mit diesem Prüfauftrag auch an andere Fluggesellschaften herantreten.

Der Antrag der Stadt Leipzig umfasst ein Gesamtpaket von flugsicherungstechnischen sowie betriebsorganisatorischen Maßnahmen. Zur Erläuterung der Schritte hatte die Stadt Leipzig ihren Gutachter, Herrn Faulenbach da Costa, hinzugezogen. Die Ausführungen des Gutachters wurden im Anschluss intensiv diskutiert. Daraus folgend beschloss die FLK, die Prüfung der aufgezeigten Maßnahmen in einem engeren Fachkreis vorzunehmen und dabei die Er-gebnisse der Arbeitsgruppe „Bahnverteilung“ einzubeziehen.
Ein Antrag der Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. hat ein modifiziertes Auswertungs-system der Fluglärmmessungen zum Inhalt. Damit sollen die lautesten Flugzeugmuster und deren Betreiber identifiziert werden können. Die FLK verständigte sich darauf, dass unter Mitwirkung eines Vertreters des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein geeignetes Auswertungsmodell erarbeitet wird.
Der Flughafen informierte schließlich über die Bauaktivitäten der letzten zwei Jahre. Hierzu zählten der Bau der zweiten Rollbrücke im Ostbereich, der Neubau der Feuerwachen West und Ost, des Fahrzeug- und Gerätekomplexes sowie die Erweiterung des DHL-Vorfeldes um vier weitere Standplätze für Großraumflugzeuge. Die erforderliche Umweltverträglichkeits-überprüfung für diese Baumaßnahme wurde bereits im Rahmen des Planfeststellungsverfah-rens zum Neubau der Start- und Landebahn Süd durchgeführt. Im Nordbereich des Airport entsteht derzeit ein weiteres Vorfeld für bis zu fünf Großraumflugzeuge.

Termin für die 42. Sitzung der FLK sowie weitere Informationen
Die nächste Sitzung der FLK ist für März 2012 geplant. Vorschläge und Hinweise aus der Bevölkerung können über die jeweiligen Vertreter in der FLK eingereicht werden.

Manfred Heumos
Vorsitzender der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe für den Flughafen Leipzig/Halle

 
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